Ressourcen · Glossar
Glossar.
Klar definierte Begriffe für Product Reality.
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Spektraldaten
Begriff- Farbdaten als Spektrum statt nur als LAB-/RGB-Wert.Spektraldaten beschreiben, wie eine Farbe Licht über alle sichtbaren Wellenlängen (typisch 360–750 nm) reflektiert. Anders als LAB- oder RGB-Werte sind sie geräte- und lichtquellenunabhängig und damit die einzige verlässliche Basis für lichtechte Farbvergleiche zwischen Lieferanten, Materialien und Märkten. Mit Spektraldaten lassen sich Metamerie-Risiken früh erkennen, Toleranzen unter verschiedenen Lichtquellen (D65, TL84, A) parallel prüfen und Farbstandards digital weitergeben. DMIx speichert Spektraldaten pro Standard und Messung versioniert und stellt sie für 3D-Rendering, Color-QC und Digital Product Passport bereit.
LAB
Begriff- Geräteunabhängiger Farbraum.CIELAB beschreibt Farbe in den Achsen Helligkeit (L), Rot–Grün (a) und Gelb–Blau (b). Standard für industrielle Color-Approval.
RGB
Begriff- Bildschirmfarbraum.RGB beschreibt Farben für additive Geräte. Für Produktrealität ungenügend, aber wichtig für Marketing-Output.
Delta E (ΔE)
Begriff- Numerischer Abstand zwischen zwei Farben, Arbeitseinheit für Toleranzen.Delta E (ΔE) ist die berechnete Distanz zwischen zwei Farbmessungen im LAB-Raum. Ein kleiner ΔE-Wert bedeutet visuelle Nähe, ein großer eine sichtbare Abweichung. Es gibt mehrere Formeln (ΔE76, ΔE2000, ΔECMC), die unterschiedlich gut der menschlichen Wahrnehmung folgen, CMC und ΔE2000 gelten in Textil als Stand der Technik. Toleranzgrenzen werden pro Standard, Material und Produktionsstufe definiert (Tight-to-Loose). DMIx berechnet ΔE in MatchBox und BulkControl automatisch gegen den hinterlegten Standard und schlägt bei Überschreitung an.
Metamerie
Begriff- Farben, die unter einem Licht gleich, unter anderem unterschiedlich aussehen.Wer nur LAB statt Spektrum kontrolliert, übersieht Metamerie und liefert sichtbar abweichende Produkte.
CMYK
Begriff- Subtraktiver Druck-Farbraum.CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key/Schwarz) ist der Standard-Farbraum für den Vierfarbdruck. Sein Gamut ist deutlich kleiner als der von LAB oder Spektrum, viele kräftige oder leuchtende Farben lassen sich nicht oder nur näherungsweise drucken. Für Verpackung, Hangtags und Print-Kollateral relevant, für Material- und Produktrealität in Textil und CMF aber ungenügend. DMIx arbeitet konsequent spektral und stellt CMYK nur als Ausleitung für Druck-Workflows bereit, nicht als Referenz.
CMF (Color, Material, Finish)
Begriff- Design-Disziplin für Farbe, Material und Oberfläche.CMF (Color, Material, Finish) ist die Disziplin, die das sinnliche Erscheinungsbild eines Produkts gestaltet, von der Farbabstimmung über Materialwahl bis zur Oberflächenveredelung. Sie ist die Schnittstelle zwischen Industriedesign, Engineering und Beschaffung und entscheidet maßgeblich über Markenwirkung und Premium-Anmutung. Klassisch arbeiten CMF-Teams mit physischen Mustern, was teuer, langsam und schlecht skalierbar ist. DMIx liefert das Datenrückgrat für digitales CMF: spektrale Farbstandards, PBR-Materialien und validierte Digital Twins, nutzbar in Design, 3D, Vertrieb und Compliance.
PBR
Begriff- Physically Based Rendering.Materialdaten, die in jeder Engine konsistente Renderings ermöglichen, Basis für 3D, AR und E-Commerce.
Specular- vs. Metalness-Workflow
Begriff- Zwei PBR-Workflows zur Beschreibung von Reflexion und Material.PBR-Materialien lassen sich in zwei gängigen Workflows beschreiben: Specular/Glossiness trennt Diffuse-, Specular- und Glossiness-Maps explizit und ist im klassischen Produktdesign und in Filmpipelines verbreitet. Metalness/Roughness kombiniert Basisfarbe, Metalness und Roughness und ist Standard in Game-Engines und Echtzeit-Renderern (Unreal, Unity, Babylon, three.js). Beide Workflows liefern bei korrekter Konvertierung das gleiche visuelle Ergebnis, mischen sich aber nicht beliebig. DMIx exportiert validierte Materialien in beiden Workflows, damit Design, E-Commerce und Marketing in ihrer jeweiligen Engine konsistent rendern.
Digital Twin (Material)
Begriff- Validierte digitale Repräsentation eines realen Materials.Ein Digital Twin im DMIx-Sinn ist die geprüfte digitale Repräsentation eines realen Materials: spektrale Farbe, PBR-Maps für Optik und Haptik, physikalische Eigenschaften und Metadaten zu Lieferant, Komposition und Compliance. Er ist nicht nur ein hübsches 3D-Sample, sondern eine versionierte Quelle der Wahrheit, gegen die produziert, geprüft und kommuniziert wird. So lässt sich derselbe Twin in Design (3D-Tools), Vertrieb (Showroom, AR), E-Commerce und im Digital Product Passport wiederverwenden. DMIx erzeugt, validiert und verteilt diese Twins entlang der gesamten Tier Chain.
3D Material Library
Begriff- Zentrale Bibliothek validierter, wiederverwendbarer Digital Twins.Eine 3D Material Library ist eine zentrale, gepflegte Sammlung digitaler Materialien (Digital Twins), die Teams in Design, 3D, Marketing und Vertrieb gemeinsam nutzen. Sie verhindert Wildwuchs aus inkonsistenten Insellösungen, in denen jedes Tool eigene Materialien pflegt. Voraussetzung ist eine engine-übergreifende Datenstruktur (Spektrum, PBR in Specular- und Metalness-Variante, Metadaten) plus Versionierung und Rechtemanagement. DMIx betreibt die Library als kollaborative Plattform und liefert die Materialien in alle gängigen 3D-, Konfigurator- und E-Commerce-Tools aus.
Phygital
Begriff- Nahtlose Verbindung zwischen physischer und digitaler Produktrealität.Phygital beschreibt Workflows, in denen physisches Produkt und digitaler Zwilling messbar übereinstimmen und sich gegenseitig referenzieren. Voraussetzung sind objektive Daten: Spektralmessung statt Sichtprüfung, PBR-Materialien statt Beauty-Shots, validierte Stammdaten statt Excel-Sheets. Erst dann lassen sich digitale Muster für Freigaben, virtuelle Showrooms und 3D-Commerce so nutzen, dass sie das physische Produkt rechtsverbindlich vertreten. DMIx schafft diesen phygitalen Layer, indem Farbe, Material und Lieferantendaten ein einziges Mal validiert und überall identisch ausgespielt werden.
Lab Dip
Begriff- Physisches Farbmuster zur Freigabe vor der Bulk-Produktion.Ein Lab Dip ist ein in der Lieferantenfärbung erzeugtes Muster, das gegen einen Brand-Standard freigegeben werden muss. Klassisch dauern 3–5 Runden, kosten Zeit und verzögern Saisons. Digitales Color Management ersetzt die Mehrheit dieser Lab-Dip-Schleifen durch spektrale Datenfreigabe, nur die finale physische Bestätigung bleibt.
Bulk / Bulk Approval
Begriff- Freigabe der Massenproduktion gegen den Lab-Dip-Standard.Bulk bezeichnet die laufende Massenproduktion nach erfolgter Lab-Dip-Freigabe, Bulk Approval die fortlaufende Freigabe ihrer Chargen gegen den hinterlegten Standard. Naturfasern, Färbebäder und Maschinenstreuung führen zu Abweichungen zwischen Lots, weshalb Bulk-Toleranzen typisch etwas weiter sind als Lab-Dip-Toleranzen (Tight-to-Loose). Ohne objektive Messung entstehen Color-Shifts zwischen Lieferanten und teure Nachproduktionen. DMIx BulkControl misst und überwacht Bulk-Chargen spektral, prüft sie automatisch gegen die definierten Toleranzen und liefert einen lückenlosen Audit-Trail.
CMC Tolerance
Begriff- Wahrnehmungsbasierte Farbtoleranz-Formel (CMC l:c).CMC (Colour Measurement Committee) ist eine Toleranzformel, die Farbabweichungen so gewichtet, wie das menschliche Auge sie tatsächlich wahrnimmt, akkurater als reine ΔE-Werte. Übliche Setups sind CMC 2:1 für Textil. DMIx hinterlegt CMC-Toleranzen pro Standard und prüft Lab- und Bulk-Messungen automatisch dagegen.
Color Quality Control
Begriff- Objektive, toleranzbasierte Qualitätskontrolle von Farbe entlang der Lieferkette.Color Quality Control (Color QC) prüft Lab- und Bulk-Farbe spektral gegen einen verbindlichen Standard, mit definierten Toleranzen, lückenlosem Audit-Trail und Trend-Monitoring. DMIx ersetzt Spektrophotometer-Insellösungen durch eine cloud-basierte, kollaborative Plattform: MatchBox automatisiert Freigaben, BulkControl überwacht laufende Produktion. Die validierten Daten werden in 3D, E-Commerce und im Digital Product Passport wiederverwendet.
Color Management
Begriff- End-to-End-Kontrolle von Farbe, vom Design bis zur Produktion.Digitales Color Management stellt sicher, dass eine Farbe über alle Materialien, Lieferanten und Medien hinweg objektiv und toleranzbasiert übereinstimmt. Statt subjektiver Musterfreigaben arbeiten Design, QS und Produktion auf denselben spektralen Referenzdaten, gemessen, validiert und versioniert. So werden Color-Shifts zwischen Lieferanten, Bulk-Abweichungen und teure Nachproduktionen vermeidbar.
DPC (Digital Product Creation)
Begriff- End-to-End-digitaler Produktentstehungsprozess.Digital Product Creation (DPC) beschreibt den durchgängig digitalen Prozess der Produktentstehung, von der ersten Idee über Design, 3D-Sampling und virtuelle Anprobe bis zur Freigabe für die Produktion. Ziel sind weniger physische Muster, kürzere Saisons, geringerer Fußabdruck und bessere Entscheidungen auf Basis realistischer Renderings. DPC funktioniert nur, wenn die zugrundeliegenden Daten (Farbe, Material, Lieferant) verlässlich sind, sonst entstehen schöne 3D-Bilder ohne Produktbezug. DMIx liefert die validierte Datenbasis (Spektrum, PBR, Digital Twins), auf der DPC-Tools wie Browzwear, CLO, ICAD oder VStitcher real produzierbare Ergebnisse erzeugen.
Tier Chain / Tier-N Supplier
Begriff- Stufenmodell der Lieferanten in der Beschaffungskette.Die Tier Chain beschreibt die gestaffelte Lieferantenstruktur eines Brands: Tier 1 sind direkte Konfektionäre, Tier 2 die Stoff- und Komponentenlieferanten, Tier 3 Spinnereien und Färbereien, Tier 4 die Rohstoffquellen (Faser, Leder, Häute). Für Compliance-Regime wie DPP, EUDR, LkSG und CSRD müssen Material- und Herkunftsdaten bis Tier 3 oder 4 nachgewiesen werden, was klassische ERP- und PLM-Systeme nicht abbilden. Ohne strukturierte Tier-Chain-Daten bleiben Sorgfaltspflichten Lippenbekenntnisse. DMIx erfasst Lieferanten, Materialien und Farbstandards entlang der gesamten Tier Chain und liefert sie an DPP- und Compliance-Systeme aus.
DPP (Digital Product Passport)
Begriff- Digitaler EU-Produktpass mit Material-, Herkunfts- und Compliance-Daten.Der Digital Product Passport (DPP) ist ein von der EU im Rahmen der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) vorgeschriebener digitaler Produktpass, der für Textilien ab 2027 verpflichtend wird. Er bündelt strukturierte Daten zu Materialzusammensetzung, Herkunft, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit und CO₂-Fußabdruck und macht sie für Brands, Händler, Behörden und Endkund:innen abrufbar. Voraussetzung sind verlässliche Stammdaten aus der Tier Chain, genau diese liefert DMIx über validierte Farb-, Material- und Lieferantendaten. DMIx ist kein DPP-System, sondern der Datenzulieferer für DPP-, EUDR- und CSRD-Workflows.
EUDR
Begriff- EU-Verordnung gegen entwaldungsbezogene Produkte (EU 2023/1115).Die EU Deforestation Regulation (EUDR) verbietet das Inverkehrbringen von Produkten in der EU, die mit Entwaldung nach dem 31.12.2020 in Verbindung stehen. Betroffen sind unter anderem Rinder, Soja, Kautschuk, Holz, Kakao, Kaffee und ihre Folgeprodukte, für Fashion besonders relevant über Leder und Viskose. Unternehmen müssen Geolokationsdaten der Ursprungsflächen, Sorgfaltspflichterklärungen und einen lückenlosen Lieferkettennachweis bereitstellen. DMIx unterstützt die EUDR-Konformität, indem Tier-Chain-Daten, Materialherkunft und Lieferantenattribute strukturiert erfasst und an DPP- oder Compliance-Systeme weitergegeben werden.
CSRD
Begriff- EU-Berichtspflicht zu Nachhaltigkeit (Corporate Sustainability Reporting Directive).Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtet rund 50.000 Unternehmen in der EU zu detaillierter, geprüfter Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS). Berichtspflichtig sind ESG-Daten zu Klima, Umwelt, sozialen Aspekten und Lieferkette, auch auf Produkt- und Materialebene. Für Fashion-Brands bedeutet das: Material-, Farb- und Lieferantendaten müssen strukturiert, versioniert und auditierbar vorliegen. DMIx liefert die produktbezogenen Stammdaten, auf die CSRD-Reports und vorgelagerte DPP-Systeme aufsetzen.
LkSG
Begriff- Deutsches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet deutsche Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden, menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten in ihrer Lieferkette einzuhalten, inklusive Risikoanalyse, Präventionsmaßnahmen, Beschwerdemechanismus und jährlichem Bericht. Sanktionen reichen bis zu 2 % des Jahresumsatzes. Für Fashion-Lieferketten heißt das: Lieferanten, Materialien und Produktionsstandorte müssen transparent dokumentiert sein. DMIx liefert die strukturierten Tier-Chain- und Materialdaten als Grundlage für LkSG-, EUDR- und DPP-Workflows.
PIM / PLM / DAM
Begriff- Klassische Produktdaten-Systeme.PIM verteilt, PLM versioniert, DAM speichert Assets. DMIx ergänzt sie um die validierte Produktrealität.
PRM (Product Realization Management)
Begriff- Datenebene zwischen PLM und realer Produktion.Product Realization Management (PRM) ist die Datenebene, die sicherstellt, dass ein in PLM spezifiziertes Produkt in der realen Produktion auch genauso entsteht: gleiche Farbe, gleiches Material, gleiche Oberfläche, gleicher Lieferant. PIM verteilt fertige Produktinformationen nach außen, PLM verwaltet Entwicklungsstände, DAM hält Assets, aber keines dieser Systeme prüft objektiv, ob das produzierte Teil dem Standard entspricht. PRM schließt diese Lücke mit spektralen Farbstandards, validierten Materialien, Toleranzen und Audit-Trail über die Tier Chain. DMIx ist als PRM-Plattform konzipiert und liefert die validierte Produktrealität als Datenquelle für PLM, PIM, DAM, DPC und DPP.
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